Wasserknappheit und extreme Wetterbedingungen gehören zu den größten Umweltrisiken, denen Unternehmen heute gegenüber stehen. Diese Risiken können zu wesentlichen Unterbrechungen der Warenbeschaffung in der Lieferkette führen und unsichere Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer schaffen. Um diese Bedrohungen zu mindern, sollten Unternehmen versuchen, mit Hilfe angemessener Managment- und Planungsaktivitäten im Zusammenhang mit Umweltrisiken eine widerstandsfähige Lieferkette aufzubauen. Insbesondere Unternehmen, die nach einem größeren Wettbewerbsvorteil und einem angemessenen Schutz gegen Umweltrisiken streben, sollten zwei wichtige Fokusbereiche berücksichtigen: Warenbeschaffung und Angelegenheiten in Verbindung mit Gesundheit und Sicherheit.

Warenbeschaffung

Unternehmen, die ihre Waren von durch Umweltbedrohungen betroffenen Werken beziehen, sind dem Risiko von Unterbrechungen ihrer Lieferkette ausgesetzt. Nehmen wir beispielsweise eine große Dürreperiode. Diese betrifft Lieferanten von Agrarerzeugnissen, die von einer durchgehenden Wasserversorgung abhängig sind. In der Folge kommt es zu einem Rückgang in der Produktion, dem Unvermögen, Verpflichtungen im Bezug auf die Produktion nachzukommen und beträchtlichen finanziellen Einbußen bei Lieferanten und Abnehmern.

Um sich gegen Störungen in der Produktion abzusichern, sollten Abnehmer die mit bestimmten Rohstoffen verbundenen Umweltrisiken beurteilen, um fundiertere Beschaffungsentscheidungen treffen zu können. Dadurch können Lieferanten und Abnehmer das branchenweite Risiko nutzen, um potentielle Problembereiche zu ermitteln und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Beispielsweise können Abnehmer einen flexiblen Ansatz entwickeln, um Backup-Lieferanten zu finden, die Beziehungen zu den Lieferanten effizient zu steuern und Notfallpläne zu erstellen.

Das für verantwortungsbewusste Beschaffung verantwortliche UL Team (Responsible Sourcing) erstellt als Lösung einen angepassten länderspezifischen Index für die mit der Warenbeschaffung verbundenen Umweltrisiken (Environmental Country Commodity Risk Index). Dabei handelt es sich einen Bericht, der sich aus der Bewertung potentieller Umweltrisiken und -probleme, die in der Produktion bestimmter Rohstoffe entstehen oder diese beeinträchtigen, sowie sonstigen Risiken in Verbindung mit dem jeweiligen Land ableitet, in dem die Rohstoffe bezogen werden. Der Environmental Country Commodity Risk Index von UL stellt die maßgeschneiderte Grundlage für das Verständnis und die Beurteilung von Umweltrisiken dar. Er stellt Abnehmern nicht nur notwendige Informationen zu den mit der Beschaffung verbundenen Risiken zur Verfügung, sondern erleichtert ihnen außerdem den Aufbau einer widerstandsfähigeren Lieferkette.

Gesundheit und Sicherheit

Umweltrisiken haben auch wesentliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer in den betreffenden Werken. Werke oder Regionen, die von Wasserknappheit betroffen sind, verfügen möglicherweise nicht über eine ausreichende Wasserversorgung, um Brände im oder in der Nähe des Werks zu löschen. Die negativen Folgen eines Werksbrands auf die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer, die Produktionsprozesse und die Lieferketten sind grenzenlos.

Als Mittel zur Planung und Vorkehrung sollten Abnehmer daher die Brandsicherheit in Werken anhand priorisierter Umweltrisiken und Länder beurteilen. Die Brandsicherheitsaudits von UL Responsible Sourcing bieten Abnehmern detaillierte Einblicke in die Brandsicherheit zu einem bestimmten Zeitpunkt und helfen gleichzeitig, den Unternehmensruf zu stärken und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Weitere Umweltrisikofaktoren, die potentielle Bedrohungen für Gesundheit und Sicherheit darstellen, sind Chemikalien und Gefahrstoffe. Durch die Aufnahme von Verfahren für das Management gefährlicher Abfälle, wie z. B. die ordnungsgemäße Lagerung der Abfälle, in die Werksbewertungen können Abnehmer wertvolle Informationen bezüglich potentieller Gesundheit- und Sicherheitsrisiken und/oder -bedenken in ihren Lieferketten gewinnen.

Sowohl die Warenbeschaffung als auch das Gesundheits- und Sicherheitsmanagement sind wichtige Bereiche, die den Aufbau einer widerstandsfähigen Lieferkette beeinflussen. Umweltrisiken müssen zunächst unbedingt priorisiert werden, indem Trends für bestimmte Waren und Rohstoffe in den verschiedenen Ländern beurteilt werden. Anschließend werden in den betreffenden Werken Bewertungen zu diesen Risiken durchgeführt. Dieses aus zwei Schritten bestehende System stellt einen ganzheitlichen Satz von Werkzeugen zur Verfügung, mit denen Umweltrisiken ermittelt und gemindert werden. Dadurch sind Abnehmer in der Lage, widerstandsfähige und flexible Lieferketten aufzubauen und eine führende Position in der Branche zu übernehmen.

Weitere Informationen über die UL Dienstleistungen für das Risikomanagment erhalten Sie von dem für verantwortungsbewusste Beschaffung verantwortlichen UL Team (Responsible Sourcing) oder schreiben Sie uns eine E-Mail an RSinfo@ul.com


Beitrag von Sarina Tounian
Sarina Tounian ist Program Specialist für ökologische Verantwortung bei UL Responsible Sourcing


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