Umweltrisiken finden sich überall in der Lieferkette – von der Entdeckung eines unsachgemäßen Umgangs mit gefährlichen Abfällen bis hin zu Bränden in der Werkselektrik, die Auswirkungen auf den Ruf des Unternehmens haben, zu Produktionsunterbrechungen führen und die allgemeine Leistung des Betriebs beeinträchtigen können. Unternehmen können eine Vielzahl von Strategien umsetzen, um die mit der Lieferkette verbundenen Umweltrisiken zu steuern, indem sie an betrieblichen und strategischen Punkten ansetzen. Um Unternehmen bei ihren Bemühungen zu unterstützen, hat UL vier einfache Schritte zusammengestellt, mit denen das Management von Umweltrisiken in der Lieferkette vereinfacht werden soll:

 

SCHRITT 1 – Definition des Begriffs „Umwelt“ für Ihr Unternehmen

Umweltrisiken können in unterschiedlicher Form auftreten:

  • Gesundheit und Sicherheit, persönliche Schutzausrüstung, Brandsicherheit, Chemikalienmanagement, Abfall- und Abwasserwirtschaft usw.
  • Konformität mit Umweltbestimmungen: gefährliche Abfälle, Ab- und Klärwasser, Luftemissionen, Umweltschädigungen usw.
  • Nachhaltigkeit: extreme Wetterbedingungen (Überschwemmungen, Trockenheit, Waldbrände usw.), biologische Vielfalt, Management von Wassereinzugsgebieten, Landnutzung usw.

Indem Sie im Rahmen des Lieferkettenprogramms Ihres Unternehmens eine eindeutige Definition des Begriffs „Umwelt“ erarbeiten, erhalten Sie die Richtung für Ihre weitere Vorgehensweise beim Management von Umweltrisiken.

 

SCHRITT 2 – Bewertung der Umweltrisiken innerhalb Ihrer Lieferkette

Ein detaillierter und umfassender Einblick in die Lieferkette Ihres Unternehmens ist der Schlüssel für die Bestimmung des Umfangs eines effektiven Umweltrisikomanagements. Ermitteln Sie die wichtigsten ökologischen Herausforderungen mit Hilfe einer Risikobewertung für Ihre Lieferkette und legen Sie die passende Rangfolge und den Umfang der Zusammenarbeit mit den Lieferanten fest. Möglicherweise entdecken Sie dabei „Brennpunkte“ in Ihrer Lieferkette, die aufgrund ihres hohen Risikograds sofortiger Aufmerksamkeit bedürfen. Zudem bietet sich Ihnen so eine ausgezeichnete Gelegenheit, um breiter gefächerte Chancen für eine Verbesserung Ihrer Umweltleistung zu bestimmen.

 

SCHRITT 3 – Implementierung eines robusten Programms für die Zusammenarbeit mit Lieferanten

Durch die Einführung eines robusten Programms für die Zusammenarbeit mit Lieferanten erhalten Unternehmen einen deutlich umfassenderen Einblick in ihre Lieferkette und können so die damit verbundenen Umweltrisiken besser ermitteln.

Beginnen Sie damit, Ihre Erwartungen in einem eindeutigen Satz von Leitlinien zu formulieren, wie z. B. in Form eines Lieferanten-Verhaltenskodex, in dem die Mindestanforderungen an die Umweltleistung der Lieferanten festgelegt sind. Arbeiten Sie dann direkt mit den Lieferanten zusammen, um die Umweltleistung mit Hilfe von Index-Umfragen zu bewerten und führen Sie zur Nachkontrolle Audits und Schulungen durch. Durch die Verwendung von Indizes können Werke außerdem die Bereiche mit dem größten Verbesserungspotenzial ermitteln. Punktesysteme ermöglichen darüber hinaus einen Leistungsvergleich zur Nachverfolgung der Fortschritte. Zu den dafür verfügbaren Werkzeugen gehören unter anderem:

UL hat auf der Grundlage des GSCP-Programms bereits verschiedene Werke überprüft und kann bestätigen, dass an den meisten Standorten Bereiche mit großem Verbesserungspotenzial existieren. Angesichts dessen liegt der Schlüssel für die Verbesserung der Leistung darin, die verschiedenen Parteien in der Lieferkette in die Pflicht zu nehmen und Risiken in Verbindung mit dem System anzugehen.

Die Herausforderung für viele Unternehmen und ihre Lieferanten besteht jedoch häufig darin, dass Angelegenheiten in Verbindung mit der Umwelt dazu tendieren, technische Fertigkeiten und Fachkenntnis zu erfordern, die den Standorten fehlen. An dieser Stelle können Investitionen in Schulungs- und Weiterbildungsprogramme, die Lieferanten dabei unterstützen, die Ursachen von Umweltproblemen – von der Abwasserwirtschaft bis hin zur Brandsicherheit – zu ermitteln und die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, wertvolle Renditen für sowohl Lieferanten als auch ihre Abnehmer bieten.

 

SCHRITT 4 – Ausrichtung der Ziele für das Umweltrisikomanagement innerhalb des Unternehmens und der Lieferkette

Für ein erfolgreiches Management von Umweltrisiken müssen die Strategien für die Lieferkette mit den geschäftlichen Strategien abgestimmt werden. Wenn die betrieblichen Verantwortlichen und die Verantwortlichen in der Lieferkette unterschiedliche Ziele verfolgen, können schnell Spannungen entstehen. Daher ist es wichtig, potentiell negative Auswirkungen für alle Abteilungen zu bestimmen und verbesserte Geschäftsprozesse für die funktionsübergreifende Koordinierung zu entwickeln, um effektiv auf Störungen der Lieferkette reagieren zu können.

Ein ausreichendes Bewusstsein für Umweltrisiken und die Fähigkeit, darauf zu reagieren, sind die besten Präventivmaßnahmen, die ein Unternehmen ergreifen kann, um sich gegen potentielle Unterbrechungen der Lieferkette aufgrund ökologischer Probleme zu schützen. Die Umsetzung dieser 4 einfachen Schritte wird Ihnen helfen, mit einem effektiven Management der Umweltrisiken in Ihrer Lieferkette zu beginnen, Lösungen zur Minderung dieser Risiken zu erarbeiten und von einer verbesserten Geschäftsleistung zu profitieren.

 

UL Responsible Sourcing ist seit jeher ein vertrauenswürdiger Berater für Unternehmen, die sich um die Bestimmung und Minderung von Umweltrisiken sorgen. Neben einem breit gefächerten Portfolio von Auditdienstleistungen bietet UL auch Beratungsdienstleistungen an, mit denen wir Unternehmen bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer Prozesse für eine verantwortungsbewusste Beschaffung zur Seite stehen. Weitere Informationen zu innovativen Lösungen für das Risikomanagment, die Überwachung von Lieferketten, die Forschung sowie die Entwicklung von Programmen erhalten Sie bei UL Responsible Sourcing, indem Sie in der oberen rechten Ecke auf die Schaltfläche „UL kontaktieren“ klicken.


Beitrag von Loretta Tam und Sarina Tounian
Loretta Tam ist Program Manager für ökologische Verantwortung bei UL Responsible Sourcing
Sarina Tounian ist Program Specialist für ökologische Verantwortung bei UL Responsible Sourcing