Das Basisprüfungsprogramm für die UL Anerkennung beinhaltet drei Identifikationsprüfungen: Infrarotspektrometrie (IR), thermogravimetrische Analyse (TGA) und dynamische Differenzkalorimetrie (DSC). Außerdem können Kunststoffe kleinformatigen Entflammbarkeitsprüfungen sowie einer Reihe von Prüfungen auf Entzündbarkeit, mechanischer, elektrischer und kurzfristiger thermischer Belastung zum Einsatz in anderen UL-anerkannten Bauteilen und UL-zertifizierten Endprodukten ausgesetzt werden.

Zusätzlich zu dem mit dem Einsatz von UL-anerkannten Kunststoffen verbundenen Sicherheitsaspekt genießen Anwender von UL-anerkannten Kunststoffendprodukten die Vorteile, dass ihre Produkte und verwandte Anwendungen, wie UL-anerkannte Schaltern, Gerätekabel und Sicherungsklemmen, verminderten Prüfanforderungen ausgesetzt sind.

Prüfabschluss

Im Anschluss an ein erfolgreiches Bestehen der Erkennungs-, Entflammbarkeits- und physikalischen Kurzzeitprüfungen werden die eindeutige Güteklasseneinstufung und entsprechende Bewertungen und Klassifizierung in der UL-iQ™-Datenbank für Kunststoffe veröffentlicht.

Regelmäßige Follow-Up-Untersuchungen

UL-Bereichsmitarbeiter führen vierteljährliche Follow-Up-Inspektionen an jedem Produktionsstandort durch. Repräsentative Produktionsproben der UL-anerkannten Kunststoffprodukte werden jährlich genommen und zu UL geschickt, wo sie mit den bei UL vorliegenden ursprünglichen Referenzkurven IR, TGA und DSC verglichen werden. Sollte der Kunststoff auch über eine vertikale Flammausbreitungseinstufung nach UL 94 (V-0, V-1, V2 oder andere) verfügen, werden die Proben den gleichen Entflammbarkeitsprüfungen unterzogen.

Der erfolgreiche Abgleich mit den dokumentierten Referenzwerten IR, TGA und DSC beweist die Formelbeständigkeit des Produkts oder der Produkte. Die erfolgreiche Korrelation der Brandschutzklasse der während der Follow Up-Phase genommenen Proben mit den ursprünglich veröffentlichten Werten ist Voraussetzung für ein Fortbestehen der UL-Anerkennung des Produkts. Sollte eine der o. g. Prüfungen nicht bestanden werden, droht der Entzug der Anerkennung oder eine Herabstufung des Kunststoffs. Eine Herabstufung erfordert eine verpflichtende Bezeichnungsänderung als Zeichen einer niedrigeren Klassifizierung.

Die wiederholte Veröffentlichung der besonderen Materialmerkmale (unter einer besonderen Bezeichnung) ermöglicht den gesicherten Erhalt der Originalmerkmale und damit den langfristigen Einsatz eines Kunststoffes in Endprodukten.